Brust raus und Kopf hoch!

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Sieben schmerzvolle Wochen hatte ich auf diesen Termin gewartet. Nun endlich untersuchte mich ein Wirbelsäulen-Spezialist und Osteopath in Würzburg. Der Arzt nahm sich viel Zeit, schaute sich Wirbel für Wirbel an und kam schließlich zu dem Schluss: „Herr Halfmann, sie gehen zu gebeugt durch`s Leben.“. Also immer noch! Schon vor fünf Jahren, nach meiner damaligen Bandscheiben-OP , hatte ich diesen Hinweis in der Reha-Klinik erhalten: „Herr Halfmann: Brust raus und Kopf hoch!“. Und das, so dachte ich zumindest, hatte ich mir auch wirklich zu Herzen genommen.

Nun ist ja unsere äußere Körperhaltung sehr oft auch ein Spiegel einer inneren Haltung. Bei mir zumindest trifft dies zu. Lange Zeit bin ich innerlich gebückt durch das Leben gegangen, immer mit der Überzeugung: „Ich bin schlechter als die anderen“, oder um es mit den Worten der Transaktionsanalyse auszudrücken: „Ihr seid okay, ich bin nicht okay.“ Ein falsch verstandener Glaube hat diese Haltung noch unterstützt. Ich dachte damals, ich müsse mich klein machen, damit Gott groß werden kann.

Erst in den letzten Jahren habe ich erfahren, dass dies ein fürchterlicher Irrtum ist. Gott hat es nicht nötig, dass ich mich klein mache, ganz im Gegenteil: Es ist sein ausdrücklicher Wunsch und sein Ziel, dass ich mich mehr und mehr entwickle. Wie jeder irdische Vater, so freut sich auch mein Vater im Himmel daran, wenn seine Kinder mutig, stark und selbstbewusst werden. Was wäre das auch für ein lächerlicher Gott, der es nötig hätte, seine Kinder klein zu halten, um selber groß zu erscheinen?

In meinem Lieblingspsalm, Psalm 18, heißt es in den Versen 33 bis 36: „Er ist es, der mir Kraft zum Kämpfen gibt und einen geraden, gut gebahnten Weg. Er macht meine Füße gazellenflink und standfest auf allen steilen Gipfeln. Er bringt meinen Händen das Fechten bei und lehrt meine Arme, den Bogen zu spannen. Herr, du bist mein Schutz und meine Hilfe, du hältst mich mit deiner mächtigen Hand; dass du mir nahe bist, macht mich stark.“ Und eben diese Erfahrung habe ich in den letzten Jahren gemacht: Es ist Gottes starke Hand, die mir Halt gibt, es ist seine tiefe Liebe, die mir meinen Selbstwert vermittelt, es ist seine Gnade und Barmherzigkeit, die mir meine Würde zurück gibt und es ist sein Geist, der mir Kraft verleiht.

Je mehr ich mich diesem Gott anvertraue, der mir in Jesus Christus begegnet, umso mehr richte ich mich auf. Es ist SEINE Nähe, die mich stark macht!

„Brust raus und Kopf hoch!“ – das werde ich wohl weiter lernen müssen, nicht nur körperlich, sondern auch in meinem Herzen. Doch bin ich guten Mutes, dies auch zu tun. Denn Christus hat versprochen, mich niemals mehr loszulassen – also auch dann nicht, wenn ich mich wieder einmal klein mache und mich ängstlich verkriechen will. Auch dann hält er mich fest, ist spürbar da durch seinen Heiligen Geist. Von mir aus nennen Sie es Schwäche, aber so viel steht fest: Ohne die Gegenwart Gottes in meinem Leben wäre ich ein völlig verzweifelter und gebeugter Mensch. Umso mehr freue ich mich darauf, dass Jesus wiederkommt und ich einmal vor ihm stehen werde. Dann ist es ein für allemal vorbei mit der gebeugten Haltung.

Denn angesichts der vielen Katastrophen und Kriege in dieser Welt, die auch mir oft Angst machen, ruft Jesus seine Gemeinde auf, nicht zu verzweifeln. In Lukas 21, Vers 28 heißt es: „Wenn ihr die ersten Anzeichen von alldem bemerkt, dann richtet euch auf und erhebt freudig den Kopf: Bald werdet ihr gerettet!“ Wir haben also einen Herrn und Gott, der diese Welt in Händen hält und der kommen wird, um uns zu erlösen. Darum: „Brust raus und Kopf hoch! Gott macht uns nicht klein, er richtet uns auf!“

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Soll sollen

Quelle: www.pixabay.com
Soll
Gras
drüber
wachsen.

Soll
heilen
mit
der 
Zeit.

Soll
sollen
und
tut's
nicht.

Vielleicht
ist 
es
so
weit,

ihn
noch
einmal
zu 
spüren,

den
Schmerz,
wie
er 
war.

Wenn
er 
nicht
tut,
was
er
soll,

vielleicht
begnügt
er
sich
ja

mit
kurzen
Besuchen
von
Zeit
zu 
Zeit.

Dazwischen
ist 
Frieden,
ist
Ruhe,
ist
Kraft.

Würde
es
soweit
kommen,
wär
schon
sehr
viel
geschafft!


© Volker Halfmann
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Am seidenen Faden

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Wenn 
dein Leben
am seidenen
Faden hängt

und du
die Schere
schon
angesetzt
hast.

Was
wird dich
davon abhalten,
ihn zu durchtrennen?

Mehr noch
als das,
was du
zu nehmen
verpasst

wird es
das sein,
was du
zu geben
hast.

Darum
schreib ihn
dir ins Herz,
wieder
und wieder,

den Kreis
der Menschen,
die dich
brauchen.

Dich.
So, wie
du bist:

verletzt
und
unvollkommen,
aber
mitten
im Leben!


© Volker Halfmann
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Biografie in fünf Kapiteln

Quelle: www.pixabay.com

1.
Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren … Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder herauszukommen.

2.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

3.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein … aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.

4.
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.

5.
Ich gehe eine andere Straße entlang.

 

Verfasser unbekannt

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Mein freiwillig gottloses Jahr

Erschienen in der Zeitschrift AUFATMEN (3/2014):

Sechs Jahre danach_Titelbild.jpg

„Es war der Artikel mit den meisten Leserreaktionen in unserer Geschichte: In „Mein freiwillig gottloses Jahr“ (A2/09) berichtete ein Hauptamtlicher anonym über seine Glaubens- und Lebenskrise und weckte mit seiner ehrlichen Schilderung enorme Anteilnahme und Wiedererkenn-Effekte. Heute, sechs Jahre später, schreibt Pastor Volker Halfmann nicht mehr anonym, sondern berichtet mit vollem Namen und in neuer Funktion, wie es weiterging. Ein Ausblick voll Mühe und Hoffnung.“

Zum Artikel geht es hier.

Und hier der Artikel, der damals (2009) noch anonym veröffentlicht wurde:

Mein freiwillig gottloses Jahr (AUFATMEN 2/09)

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Wort zum Wochenende

Das „Wort zum Wochenende“ ist eine wöchentliche Rubrik der Tageszeitung „Die MainPost“, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche ein „geistliches Wort“ veröffentlichen. Drei bis vier Mal im Jahr beteilige ich mich daran als Autor.

Hier eine Auswahl der bisherigen Texte:

Gott liebt leere Milchtüten

Den Ball immer schön flach halten

Was motiviert mich?

Das Ziel prägt den Weg

Das Leben entherbsten

Nicht länger zugedröhnt

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